Welternährungstag, 16. Oktober 2021

Nein, es geht jetzt nicht um ausgefallene Rezepte, es geht um HUNGER, ein Gefühl, dass wir hier in Deutschland nicht wirklich kennen…

an diesem Tag konnte zum 13. Mal (!) eine Lebensmitteltafel für die 480 Familien der Schülerinnen und Schüler des Enyiduru-Projekts durchgeführt werden.

Die Mütter standen schon Stunden vor der Austeilung  in einer langen Schlange vor dem Schultor. Sie mussten geduldig warten, bis es losging und die Lebensmittel alle aufgeteilt und verpackt waren. In der Wartezeit tanzten und beteten sie, wie an einem Feiertag. Ihre Freude war übergroß.

Die Inflation in Nigeria liegt zurzeit bei 20 bis 30 %. Sie explodiert aufgrund der extrem schwierigen Situation im Zuge der Corona Epidemie und dem damit verbundenem weltweiten Wirtschaftseinbruch. Hinzu kommen die schon jahrelang anhaltenden ethnischen Auseinandersetzungen in Nigeria. Sie führen zur Vernichtung von Ernten in weiten Teilen des Landes. Die Felder können so für die Selbstversorgung nicht schnell genug wieder bewirtschaftet werden und besonders die Lebensmittel verteuern sich deshalb enorm.

Die Menschen dort brauchen Unterstützung, auch wenn wir wissen, es ist nur ein „Tropfen auf den heißen Stein“.

Aktuell kostet jede Lebensmittelausgabe für die 480 Familien 11.000 €.

Ein großer Dank geht an alle Spender, die es immer wieder ermöglicht haben, diese lebenswichtige Ausgabe von Grundnahrungsmitteln  fortzuführen.

Einblicke in die aktuelle Situation in Nigeria

Mitgliederversammlung und neuer Vorstand

Liebe Freunde des Enyiduru-Vereins, 

in der  Mitgliederversammlung am 12. Oktober wurde ein neuer Vorstand gewählt: Lioba Brockamp hatte sich entschieden, nach 25 Jahren das Amt als Vorsitzende des Vereins in neue Hände zu legen. Sie hat mit großem Engagement den Verein geführt und geprägt, beginnend mit der Initialzündung der Gründung vor 25 Jahren. Dafür haben ihr die Mitglieder in der Mitgliederversammlung sehr herzlich gedankt.

Der neu gewählte Vorstand besteht neben Bernd Eversmann als neuem 1. Vorsitzenden aus Daniela Janssen als 2. Vorsitzende, Bernd Heistermann als Kassenwart und Maria Könen-Ozyazici als Schriftführerin.

Ferner wurden Hedwig Bergmann, Ralph Kemp und Birgitta Schneider als weitere Mitglieder in den Vorstand gewählt. Hedwig Bergmann wird auch die Verantwortung für den Internetauftritt übernehmen.

Father Dr. Boniface Amu hat in seinem Bericht zur Situation der Schule noch einmal das besondere Profil der Schule herausgestellt:

„Wir“ sind bewusst eine Schule für arme Bevölkerungsschichten, ohne Ansehung der Religionszugehörigkeit.

„Wir“ prägen einen respektvollen Lebensstil, den die Schüler, wie Boniface an zahlreichen Beispielen deutlich gemacht hat, im Laufe des Schullebens verinnerlichen und leben und auch in ihre Familien tragen.

In seinem Bericht hat Boniface auch noch einmal die große Bedeutung der Lebensmitteltafeln betont. Mittlerweile hat die Schule 13-mal Lebensmittel an die Familien ausgeteilt, zuletzt anlässlich des Welternährungstages am vergangenen Samstag, den 16. Oktober. Dies ist angesichts der dramatischen Verknappung und Verteuerung von Lebensmitteln gerade für unsere armen Familien eine überlebens-notwendige Unterstützung. (siehe auch gesonderter Bericht).

Mit großem Dank hat die Mitgliederversammlung zur Kenntnis genommen, dass die Spendenaufrufe für diese besondere Hilfestellung auf sehr große Resonanz gestoßen sind. Dadurch konnte der Verein die durch die Preissteigerungen bedingten erheblichen Mehrkosten (teilweise haben sich die Preise verdoppelt) neben den übrigen Aufwendungen für die Schularbeit auffangen.

Auch wir als neugewählter Vorstand sagen dafür allen Spendern ein ganz herzliches Dankeschön. Bleiben Sie uns weiterhin verbunden. Das Projekt und die Familien in Nsukka haben dies dringend nötig.

Ostergruß 2021

von Father Boniface als Dank an ENYIDURU e.V. und einem nachdenklichen Lagebericht (< Wort in blau bitte anklicken).

Während wir im Jahr 2020 die Lebensmitteltafel monatlich für ca. 6.000 Euro durchgeführt hatten, können wir das in 2021 aus Kostengründen nur alle zwei Monate machen. Eine Lebensmittelausgabe kostet nun über 10.000 Euro für die selbe Menge. Doch es gibt zu Ostern eine Ausnahme! Da die 480 Familien in der Regel aus 6-9 Personen bestehen, sind das 480 Säcke – gefüllt mit Reis, Bohnen, Tomaten, Zwiebeln und Trockenfisch. Wenn sie nur von dem leben, was wir geben, reicht das gerade für eine Woche; doch die Lebensmittel sind als Ergänzungsgabe in der sich stets verschlechternden Situation gedacht. Die Säckchen wurden am Samstag, dem 27. März, verteilt und mit großer Freude und Dankbarkeit entgegengenommen

Jahresbrief 2020

Dezember 2020. Nach rund sechs Monaten Schließung sind seit Ende September die Schulen in Nigeria wieder geöffnet. In der Zeit der Schließung war die Versorgung der Schüler*innen und ihrer Familien unser vordringlichstes Ziel. Der Lockdown in Nigeria bedeutete nämlich vielfach Hunger, da insbesondere die arme Bevölkerung keine Arbeits- und Verdienstmöglichkeiten mehr hatte. Kurzarbeitergeld oder Corona-Nothilfeprogramme oder Sozialhilfeleistungen gibt es so in Nigeria nicht. So wurde das Enyiduru-Schulprojekt zu einem Rettungsanker für ganze Familien.

Lesen Sie mehr zur aktuellen Situation in Nsukka im aktuellen Jahresbrief.

Zur Situation in Nigeria – Brief von Father Boniface

August 2020. Die Enyiduru-Schule ist wegen Corona weiterhin geschlossen. Durch die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise verschärft sich die Situation insbesondere der armen Bevölkerung dramatisch. Und die Pandemie selber trifft die Armen natürlich auch besonders hart.

Unser Projekt konzentriert sich daher derzeit weiterhin auf die Lebensmittelhilfe, um den Familien unserer Schülerinnen und Schüler das Überleben zu sichern. Vor einigen Tagen erhielten wir einen Brief von Father Boniface, der die Situation in bewegenden Worten beschreibt. Wir bitten daher weiter dringend um Unterstützung und Spenden, damit wir die Lebensmittelhilfe fortsetzen können. Lesen Sie den Brief hier!

Lebensmittelhilfe – Update

Juli 2020. Zum zweiten Mal haben wir nun die Lebensmittelhilfe durchführen können. 480 Familien unserer Enyiduru-Schulkinder in Nsukka konnten sich Grundlebensmittel, die wir zusammengestellt und in großen Taschen bereitgestellt hatten, abholen.

Denn die Not und der Hunger sind groß. Seit Beginn der Corona-Krise sind die  Verdienstmöglichkeiten weggefallen. Lebensmittel werden von Woche zu Woche knapper und teurer. Die wirklich Armen haben keine Reserven und keine Chance. Schon zu normalen Zeiten ist die warme Schulmahlzeit für ein ganzen Teil unserer Schulkinder die einzige Mahlzeit am Tag. Seit die Schule geschlossen ist, fällt auch diese Hilfe weg.

Für unsere beiden Lebensmittelausgaben haben wir große Mengen an Grundnahrungsmitteln eingekauft und mit einigen Helferinnen in einer großen Aktion verpackt und zum Abholen bereit gestellt.

480 Säcke wurden gefüllt mit Reis, Bohnen, Tomaten und Trockenfisch.

Die Freude der Menschen war unvorstellbar. Es kam für sie einem Wunder gleich. In einem Dankesbrief schreiben die Elternvertreter:

„…Father Boniface with other members of Enyiduru foundation has …  done it again saving the life of the poor by giving uns food. God bless you all hundred times…”

Wir planen, diese Lebensmittelhilfe alle 3 Wochen durchzuführen.

Dazu brauchen wir Geld und Ihre Spenden!

            „…may God bless all those who donated the money…”

Im Namen der betroffenen Menschen in Nsukka bedanken auch wir uns für alle Hilfe, die wir so gerne fortführen möchten.

Unser Spendenkonto finden Sie hier

Corona und Hunger – Ihre Hilfe ist dringed erforderlich

Mai 2020. Auch in Nigeria breitet sich das Virus Sars-CoV-2 inzwischen weiter aus. Die offiziellen Zahlen sprechen zwar von sehr niedrigen Infektionszahlen. Doch es darf stark vermutet werden, dass die wirkliche Ausbreitung  erheblich höher ist. So fordern die nigerianischen Gesundheitsbehörden auch die Bevölkerung auf, die bekannten Hygieneregeln einzuhalten und warnen andernfalls vor einer explosionsartigen Ausbreitung der Pandemie.

Doch wer das Land kennt, weiß, dass die Einhaltung dieser Regeln illusorisch ist.
Nach wie vor bewegen sich Menschenmengen auf den Straßen, in den Geschäften und auf den Märkten. Die Menschen leben zudem in großen Gruppen auf engstem Raum zusammen, die Armen –und dazu gehören unsere Schulkinder –meist in Ein- oder Zweiraum-Hütten. Und oft wohnen noch ein paar Hühner mit im Raum. Keine dieser ärmeren Familien hat fließendes Wasser oder eine Toilette.  Häufig gibt es nicht genügend Trinkwasser. An regelmäßiges Händewaschen ist da nicht zu denken!

Zusätzlich führt der Lock down zu erheblichen Einschränkungen im Leben der Nigerianer. Seit Anfang des Jahres haben viele Menschen keine Arbeit und damit keinerlei Einkommen mehr, gleichzeitig steigen die Preise. Auch dies trifft besonders die Ärmsten des Landes.

Unsere Schule und der Kindergarten sind – wie alle Schulen, Universitäten und Kirchen des Landes – seit Mitte März geschlossen. Für unsere Schülerinnen und Schüler bedeutet dies nicht nur,  keinen Unterricht zu haben sondern auch, dass ihre – für die meisten die einzige – Hauptmahlzeit am Tag wegfällt. Die Not der Familien unserer Schüler ist damit noch mehr gestiegen. Zusätzlich zur Bedrohung durch die Epidemie leiden unsere Schulkinder tatsächlich Hunger!

Die Mitglieder des Vorstandes haben nun in enger Abstimmung mit Father Boniface entschieden, hier für unsere Kinder und ihre Familien zusätzlich aktiv zu werden und durch regelmäßige Lebensmittelausgaben die Not zu lindern. Damit diese lebensnotwendige Unterstützung auch über einen längeren Zeitraum möglich ist, bitten wir sehr um Ihre Hilfe. Unsere Bankverbindung finden Sie unten.

Auf der Homepage werden wir über die Konkretisierung und den weiteren Fortgang dieser Aktion berichten.

Herzlichen Dank für Ihre Hilfsbereitschaft

Für den Vorstand
Lioba Brockamp

Enyiduru Projekt Nigeria e.V.
IBAN-Nr.: DE13 3804 0007 0112 1102 00,  BIC-Nr.: COBADEFFXXX,  Commerzbank Bonn
Für eine Spendenbescheinigung geben Sie bitte die Adresse auf der Überweisung an.

Wo ist eigentlich Enyiduru?

Ab und zu fragt man uns, wo denn eigentlich Enyiduru genau liegt. Nun, Enyiduru ist keine geographische Bezeichnung sondern der Name  unseres Projektes. Das Wort Enyiduru ist eine Zusammensetzung der Worte für  Elefant und Weisheit/Kraft. Das Wort kommt aus der Igbo Sprache, die eine der größeren Sprachen in Nigeria ist. In Nigeria gibt es ca. 500 Sprachen und Dialekte, was eine ungeheure kulturelle Vielfalt bedeutet, aber auch entsprechende Probleme und Konflikte verursacht. Unsere Schule und der Kindergarten liegen in der Nähe der Stadt Nsukka im Bundesstaat Enugu in Nigeria. Nsukka hat heute ca. 400.000 Einwohner, der Bundestaat Enugu ca. 4 Mio Einwohner und Nigeria ist mit ca. 155 Mio Einwohnern das bevölkerungsreichste Land Afrikas.

Der folgende Link öffnet Google Maps und Sie sehen ein Satelllitenphoto, das die Umgebung unseres Projektes zeigt. Markiert sind der Kindergarten (früher die Grundschule) und die neue Grundschule. Durch Vergrößern oder verkleinern der  Karte können Sie die direkte Umgebung  erkunden oder sich die Lage von Nsukka in Nigeria ansehen. Das Satellitenphoto ist schon älter, das Schulgelände hat sich in den letzten Jahren noch stärker verändert (z.B. durch den Bau der Zisterne und anderer Nebengebäude). Die Schule zieht auch weitere Aktivitäten an, so dass auch in der direkten Umgebung heute mehr los ist, als auf dem Photo  noch zu erkennen ist.

Link zu Google Maps